LABOUR & ART - Ways of discipline - in the gap between material & immaterial work

- Arbeit oder Yoga, Joch oder gewählte Disziplinierung einer Kraft am Beispiel Indien

Als in Österreich beheimatete Künstler haben wir ein KunstProjekt entwickelt, das sich mit dem Thema Arbeit als einen, den menschlichen Körper in seiner Gesamtheit beinflussenden Prozess auseinandersetzt, um gleichzeitig mit dieser künstlerischen Arbeit einen Reflexionsprozess zu Wert und Zukunft der menschlichen Arbeit in Gang zu bringen.

Zum Projekt: "Ways of discipline - in the gap between material & immaterial work" ist eine kulturanthropologische und fotografische Arbeitsreise nach Nordindien mit dem Zweck den ZwischenRaum zwischen materieller und immaterieller Arbeit anhand der fotografischen Gegenüberstellung von Haltungen zur und bei der Arbeit auszuloten.

Der ZwischenRaum den wir mit "Way of Discipline sowohl erkunden als auch überbrücken möchten ist ein kontextueller Raum, ein kultureller Raum und ein BedeutungsZwischenraum, indem viel gesellschaftlich notwendige ARBEIT verrichtet wird, die insofern immateriell bleibt, als sie oft weder wahrgenommen, geschweige denn gerecht entlohnt wird.

Es ist uns klar, dass Grenzen da ziemlich verschwimmen können und dass eben jene Komponente der immateriellen Arbeit nach wie vor ausgeblendet bleibt, die sich vornehmlich der geistig spirituellen Weiterentwicklung widmet, so als hätte Arbeit am Bewusstsein gesamtgesellschaftlich gesehen keinen Wert.

Ways of Discipline ist eine Foto/Video/Text Installation in Indien 2009 zur Dokumentation von Haltungen zur und bei der Arbeit, sowie die Rückführung der Arbeit als Installation und Wanderausstellung für 2010.

Haltungen bei der Arbeit fotografisch zu dokumentieren, bedeutet zu springen zwischen dem Arbeiter auf dem Feld und dem Yogi, zwischen der Teleworkenden Butlerin vor dem Computer und dem Straßenhändler um ein paar Beispiele zu nennen. Dazu wollen wir eben verschiedenste Arbeitsstätten anschauen und nach Möglichkeit Arbeiter/innen bei ihrem Tun fotografieren, und da es ja auch um die Früchte de Arbeit geht, auch ein PorträtFoto nach Beendigung der Arbeit anfertigen, um zu belichten in wieweit die getane Arbeit Spuren der Befriedigung/Erschöpfung auf den Gesichtern der Arbeitenden zurückgelassen hat.

GapStarPro geht davon aus, dass jede Kultur spezifische Haltungen zur/Leitmodelle zur Arbeit hat, wir glauben aber zu bemerken, dass sich diese Unterschiede bereits in einem Paradigmenwechsel befinden, bzw. ausgetauscht werden müssen, so dass es im Zuge der laufenden Krise beinahe so erscheint als wäre die Erkenntnis ins globale Bewusstsein eingesickert, dass die Welt eine neue globale Einstellung zur Arbeit an sich benötigte.

Nicht von ungefähr greifen wir daher den Terminus Performance auf, der wie wohl ursprünglich aus der Kunst kommend, mittlerweile Standard Floskel zur Beschreibung von Ausdruckskraft und Finanzstärke eines Unternehmens geworden ist, um aufzuzeigen, wie durchgreifend jene "Unkultur" in alle menschlichen Betätigungsfelder eingedrungen ist und dass nicht nur die Arbeit sondern auch die Kunst schon längst nur mehr unter den Aspekten des Marktes Beachtung findet.

Es geht also genau genommen um eine Hinterfragung eines aus dem Ruder gelaufenen Leistungsgedankens, der in immer neuen Facetten einer "unendlichen Produktion" das Wort redet, die nicht nur die Menschheit sondern den gesamten Planeten stresst. Ungestellt bleibt die mitschwingende Frage nach der Pause, der Muße, der Nullphase und somit der Möglichkeit von Konsolidierung, Umverteilung und sozialer Gerechtigkeit und damit einer lebenswerten Grundlage für die nach uns kommenden Generationen.

GapStarPro beschäftigt sich schon länger mit der Phänomenologie des ZwischenRaums und Ereignissen und Objekten, die die Tendenz haben in solchen "ZwischenRäumen" zu verschwinden. Daher auch das Interesse an einer Erkundung des ZwischenRaumes zwischen materieller und immaterieller Arbeit, ist ja insbesondere die Arbeit der Künstler oft im Immateriellen zuhause oder wird von der Allgemeinheit als solche schlichtweg "übersehen", während die Künstler zusehends in den Subräumen und Vorhöfen einer postindustriellen Hochleistungsgesellschaft verschwinden.

Wir von Gap Star Pro begreifen die Fotografie als Stilmittel der Kunst ebenso wie als Medium zur Vermittlung von Kunst und Content an und für sich. Als solche haben wir sie bereits mehrfach im öffentlichen Raum eingesetzt, zuletzt im Rahmen der Niederösterreichischen Landesausstellung 2007 in Form von großformatigen Netzdrucken montiert auf sogenannten Firewalls, die im Ort Kematen/Ybbs/NÖ , entlang der 1. Straße zu sehen sind und die gemeinsam mit den 20 Videoporträts die bild- und worthaftehafte Verbindung in unserem kulturellen Vergleich zwischen Kematen und New York darstellen.

Wert und Zukunft der Arbeit liegen uns am Herzen, da wir Künstler sind, ist unsere Herangehensweise prozessorientiert und künstlerisch (Fotografie/Installation/Video/Performance).

Wir können also nur aufzeigen , hinweisen, an die Wahrnehmungsschwelle heranführen.
Wir können auch : Anregen:z.B. Ein gemeinsam mit der Ausstellung stattfindendes Symposium zu diesem Thema.
Wir können auch einladen : z.b. ÖkonomInnen SoziologInnen, PhilosophInnen etc. gemeinsam mit uns aber eben mit ihren Mitteln und Methoden den Faden weiterzuspinnen und RepräsentantInnen aus Politik , Wirtschaft und Kunst ebenfalls dazu einladen neue und fairere Konzepte zu entwickeln.

Wie Sie sehen können, geht es uns bei "Ways of discipline" um weit mehr als um künstlerischen Selbstausdruck, es geht uns um eine die menschliche Existenz bestimmende Seinskategorie und den gesellschaftlichen Diskurs darüber, den wir mittels Ausstellung und Symposien anregen wollen.

Wir stehen kurz vor der ersten Arbeitsreise nach Indien ( Bafrlug von Wien 20. Februar) und wünschen uns nichts mehr als bei den zuständigen Organen Gehör zu finden mit diesem Projekt, und Partner mit denen wir gemeinsam an der erfolgreichen Durchführung arbeiten können.

Dass das Österreichische Kulturforum als Repräsentant von Kultur in und und aus Österreich erster Ansprechpartner für den von uns angestrebten interkulturellen Dialog ist, haben wir auch in dem an Ihre Institution und zu handen von Frau Dr. Hardimann- Pollross geschickten Papier dargelegt.

In der Hoffnung mit dem Dargelegten bei Ihnen offene Türen einzurennen, verbleiben wir in Erwartung Ihrer geschätzten Rückantwort

GapStarPro
R.Macher/S. Okotie

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