Papierfabrik in Kematen an der Ybbs, Manhattan

 

Chronologie der Ereignisse - erweiterter ZwischenRaum

Zur Chronologie oder wie der Anfang durch den Schluss bestätigt wird:
Versuch eines vorläufigen Abschlussberichtes mit einer zeitweiligen Auflösung des identitätsstiftenden ZwischenRaumes Kematen/Ybbs, so wie er sich als Ort einschliessender Ausschliessungen und ausschliessender Einschliessungen bislang präsentiert hat.

Dass es nicht einfach werden würde - das haben wir wohl gewusst!
Dass der ZwischenRaum ein sich erweiterndes Phänomen der Ausschliessung sein soll - das haben wir vermutet!
Dass das Phänomen seltsame Allianzen einzugehen vermag, also politisch gedreht und gewendet wurde, war uns ebenfalls nicht neu, aber die Strategie der Verwirrung oder die Dehnung der Zeit als side effects des ZwischenRaumes, dort wo er sich als Phänomen der Kommunikation im Anschluss an emotionale Wahrnehmung definiert, das könnte wohl als charakteristische Eigenschaft des ZwischenRaumes angenommen werden.
Ob der Zwischenraum selbst über eine eigene Identität verfügt oder in der des jeweiligen geopolitschen Zusammenhanges oszilliert,das konnte bis dato noch nicht schlüssig geklärt werden.
Man kann aber getrost sagen, wir arbeiten heftig daran, dass er (der ZwischenRaum) uns bearbeitet!
Erste schlüssige Ergebnisse soll dann das Jahr 2008 bringen.

Das Projekt begann als Idee, wurde zur Vorstellung und zum Wunsch, der langsam reifend, Kraft und Überzeugung ansammelte, um schliesslich von seinem Macher (Rudolf) in die Welt (Kematen und der Rest) gebracht zu werden.

Dass Kematen sich nicht von Anfang an ebenso begeistert zeigte wie der Macher, war für das Team im Zwischenraum schon der erste ZwischenRaum(Schock), über den wir stolpern mussten.
Das ereignete sich zwischen 2004 und 2006: Uridee wird in Text gefasst - 1. Konzept der Abteilung Kunst im öffentlichen Raum Nö präsentiert und dort mit Frau Dr. Blaas diskutiert.
Das Projekt macht Eindruck und ein erstes Konzept zur weiteren Operationalisierung wird erstellt.
2006 Eröffnung des virtuellen ZwischenRaumes durch Inbetriebnahme des Portals www.achtungzwischenraum.org, das der Visualisierung der weiteren Umsetzungsphasen dienen sollte und die Idee eines virtuellen Heimatmuseums für Kematen beinhaltet.

Ende Februar 2006 Erstpräsentation des Projektes vor dem Kematner Gemeinderat. Zu diesem Zeitpunkt ist das Projekt bereits als offizieller Beitrag zur Niederösterreichischen Landesausstellung 2007 nominiert (als eines von insgesamt nur 5 Hauptprojekten neben den beiden Standorten Waidhofen /Ybbs und St. Peter).

Der Vizebürgermeister ist der Erste, bei dem das Projekt eine gewisse Resonanz findet. Das Thema Landesausstellung scheint aber im politischen Kleingeld einer Gemeinde, die sich in einem ZwischenRaum zwischen Rot und Schwarz befindet, unterzugehen.

Lange geschieht nichts, der ZwischenRaum der Kommunikation als erster Akt der Abgrenzung von Fremd und Eigen öffnet erstmalig seine Pforten, und es bedarf großer Anstrengung, mehrmaliger Anläufe, um der Gemeinde das Projekt im Rahmen eines offenen Abends am 28. November 2006 als angestrebten kulturellen Vergleich mit dem "Großen Bruder New York" vorzustellen.

Der ZwischenRaum wird als ein finanzieller verortet, schlechte Stimmung in der Gemeinde gegen das Projekt über die Medien verbreitet. Dahinter liegt vermutlich parteipolitisches Interesse ohne Weitblick. "Kunst muss eigentlich nicht sein, und wenn sie schon sein muss, dann darf sie jedenfalls nix kosten! "

Wir arbeiten am Cultivated Cites Konzept, versuchen den ZwischenRaum der Kunstabwehr durch den Beweis der Nachhaltigkeit von Kunst ( auch die Salzburger Festspiele haben mal klein angefangen oder das Lächeln der Mona Lisa), zu überbrücken.

Dazwischen erfolgt die erste Reise nach New York, um den angestrebten kulturellen Vergleich anhand von Videostatements zu den Themen Heimat, Identität, Freiheit und Zukunft zu belegen.
Worauf wir in Kematen noch vergeblich warten, passiert in New York innerhalb einer Woche: Ohne nennenswerte Kontakte gelingt es uns, an interessante InterviewpartnerInnen anzudocken: Louise Bourgeois, Dr. Elayne Tobin, etc.

Jänner 2007, nächste Sitzung im Gemeinderat: Präsentation des Veranstaltungsprogrammes als Programm zum Aufbau und zur Errichtung einer eigenen Kulturlandschaft für den Ort Kematen. Identität ist wandelbar und definiert sich über Reflexion und Kommunikation mit dem jeweils Anderen.
Es geht darum, die Chance "Landesausstellung" wahrzunehmen und die 5 Monate Ausstellungsdauer weitestgehend zu nützen.
Das Programm ist grundsteinlegend für kulturelle Aktivitäten der Gemeinde in den Folgejahren durch Etablierung (Branding) der Marke "Kematner Festspiele".
Darin enthaltene Konzepte:
Kematner Kunstmesse (Erstvorstellung im November 2006, programmatisch ebenfalls enthalten im Sponsoring Konzept): Plattform für junge Kunstschaffende aus der näheren und ferneren Umgebung und Möglichkeit der Präsentation in einem geeigneten Rahmen.

Blue Notes in a Green Lagoon: die einzigartige Location des Kematner Naturbades für ganz spezielle musikalische und künstlerische Events zu öffnen, die dem lyrischen Charakter des Ortes Rechnung tragen und außerdem für junge MusikerInnen er Umgebung Gelegenheit schaffen, sich im Rahmen eines Festivals vor Publikum zu präsentieren.

Time Square: Kirchplatz = Marktplatz =Meeting Place

Neue Feste der Gemeinschaft ins Leben rufen = Home poetry contest

Februar 2007, 2. Präsentationsabend in der Kematner Festhalle als ein Programmpunkt unter vielen. Eigentlich, so mussten wir später feststellen, ging es dabei hauptsächlich um das geplante Marktfest.
Der Gap erweitert sich.

Es wird deutlich, dass sich Kematen
immer noch
nichts unter dem ZwischenRaum= gap vorzustellen vermag!

Ist der ZwischenRaum nun leerer Raum, den zu überbrücken man mag oder nicht mag, oder ist der ZwischenRaum vielmehr gefüllt mit diffusen Abscheulichkeiten allzumenschlicher Art, die zu enthüllen unerwünscht ist? Auf jeden Fall: wer will, der kann! Was alles ging und was wessen liebender Fürsprache zum Opfer fiel, dürfte mittlerweile vielen hinlänglich bekannt sein. Es ist in der Art des ZwischenRaums ein Mäntelchen des Schweigens darüber zu breiten. Es sollte nur keiner der Idee verfallen, über diese Art von Brücke gar zu schreiten.